OLYMPUS DIGITAL CAMERA

FOTOTREFF „LEHENER BERGLE “

Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück“ – der FotoTreff kann wieder einmal im Freien stattfinden. Unser Mitglied Werner Deck führt uns im jungen Frühling um und über das Lehener Bergle im Nordwesten Freiburgs. Es ist eine geologisch und historisch bedeutende Erhebung von 253 m Höhe mit einem beträchtlichen Naherholungswert.

In seiner bewegten geologischen Vergangenheit sind vor 100 Millionen Jahren in seinem Innern u.a. Ammoniten = Ammonshörner eingelagert worden, die man früher finden konnte und heute gelegentlich als Schmuck an Häusern oder in Gärten antrifft und als Symbol der Lehener Narrenzunft dienen. Vor 2,5 Millionen Jahren begann, ähnlich wie am Kaiserstuhl, die Anwehung von Löss, der für fruchtbare Böden sorgt.

Die große Fruchtbarkeit des Bodens hat in historischer Zeit zu frühzeitiger Besiedlung geführt. Mancherlei Völkerschaften haben über Jahrhunderte hinweg ihre Spuren hinterlassen. Die ertragreiche Landwirtschaft hat ein Selbstbewusstsein der Bauern mit sich gebracht, das in mehreren Aufständen gegen die Obrigkeit gipfelte. Die bekanntesten waren die Bauernaufstände der „Bundschuhbewegung“ um 1500 unter Führung von Jos Fritz (Buchhandlung), die niedergeschlagen wurden. Inzwischen ist ein Bundschuhpfad mit 14 Informationstafeln zu diesem Thema eingerichtet worden.

Die üppige Flora und Fauna verführt zur Anlage von Freizeit- oder Schaugärten, von denen wir einen, „Casa Carina“, unter sachkundiger Führung besichtigen können. Die bereits reichhaltige Vegetation zwingt viele unserer Makrofotografen in die Knie. Das Bergle bietet beim Spaziergang durch die Felder und Reben ungewohnte Blicke auf Schwarzwald und Kaiserstuhl. Oftmals sind die Ansichten von Freiburg durch hohen Baumbewuchs verstellt, und das nützliche (Aussichts-)Türmle ist derzeit leider geschlossen.

Der Abstieg führt durch einen Hohlweg, wie er früher am Kaiserstuhl nicht selten war, in die Nähe einer Baumschule und Gärtnerei. Auf dem weitläufigen Gelände ist ein „Blumencafé“ eingerichtet, das sich durch Qualität und originelle, häufig wechselnde florale Dekorationen einen Namen gemacht hat. Tatsächlich erleben wir lichtdurchflutete Räume inmitten von blühenden Gartenanlagen. Wegen des hohen Besucherandrangs müssen wir kreuz und quer sitzen, aber das tut der guten Unterhaltung keinen Abbruch. Wir haben einen ersten, wunderschönen Frühlingsausflug, einen vorgezogenen „Osterspaziergang“ erlebt.

Text: Wolfgang Kullmer

Bilder: Dusan Minarik, Manfred Schäfer, Werner Deck, Georg Stratmann

Hinterlasse eine Antwort