Sternenenergie 01

FotoTreff “Sternenenergie”

Wir haben schon öfters die Pfiffigkeit der Schwarzwälder kennen gelernt, gerade bei der raffinierten Nutzung natürlicher Energien. Das Hofgut Sternen im Höllental hat 2016 im Zuge eines Neubaus ein Energiewerk eingebaut, das den größten Teil der gesamten Wärme und sonstigen Energie für die komplette Hotelanlage aus lokalen und erneuerbaren Energiequellen gewinnt.

Sonne wird über ein riesiges Glasdach zur Vorwärmung und Quellwasser zur Befeuchtung der Frischluft für die Klimaanlage genutzt; aus geklärtem Abwasser wird über Wärmetauscher Wärme und in einer Turbine Elektrizität gewonnen, Hackschnitzel aus der nahen Umgebung liefern ebenfalls Wärme und Elektrizität, ebenso eine Photovoltaikanlage. Alle Komponenten sind über hochmoderne Steuerungstechnik vernetzt, um tages- und jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen. Eine derartig komplexe, dafür möglichst umweltfreundliche Energiegewinnung ist auf touristischem Sektor in Deutschland bisher einmalig, berichtet der verantwortliche Ingenieur nicht ohne Stolz.

In unvergleichlichem Kontrast treffen wir nach der technischen Energie auch auf die spirituelle Energie. Dazwischen liegen 400 m Entfernung und fast 9 Jahrhunderte. Vorbei an Nachbauten aus dem 18. Jahrhundert, als europäische Prominenz hier verweilte, kommen wir zur St. Oswald-Kapelle, älteste Kirche im Schwarzwald. In der Zeit der Kreuzzüge im Jahr 1140 erbaut vom Rittergeschlecht der Falkensteiner wurde sie in den folgenden Jahrhunderten umgebaut und erweitert, jeweils im Stil der Zeit. Der spätgotische Hochaltar von 1515, ein Flügelaltar, stellt die Heiligen Oswald, Matthias, Sebastian und Michael dar, jeweils in zweifacher Manier, auf der Außenseite als Malerei, in der Innenseite als Skulpturen. Sie sollen auf Hans Baldung Grien (Malerei) und Hans Wydyz (Schnitzerei) zurückgehen, die auch in Freiburgs Münster maßgeblich vertreten sind. Gestohlen und wieder aufgefunden hat man nach Einbau des Chorgitters die Originalfiguren durch Kopien ersetzt und die Originale in der Kirche von Hinterzarten besonders gesichert untergebracht.

Zum Abschluss kehren wir wie gewohnt zum Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Buffet-Restaurant Steigenhaus ein. Die erwarteten Touristenmengen bleiben aus, und wir finden Platz in einem großzügigen Chambre séparée, in dem wir gemütlich „unter uns“ sind und uns über den heutigen und künftige FotoTreffs austauschen können.

Text:  Wolfgang Kullmer                                                                                                                                                                                                      Bilder:  Monika Klinge, Monika Schäfer, Angelika und Wolfgang Weisser    

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