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FotoTreff “Edelsteinschleiferei”

Wir haben schon öfters die Pfiffigkeit der Schwarzwälder kennengelernt, nicht zuletzt ihre handwerklichen Fertigkeiten. Sie haben vielerorts Bodenschätze aus den Bergen geholt, darunter auch allerlei Edelsteine. Deren Schönheit und Wert zu steigern ist die Aufgabe der Edelsteinschleifer. Diese hatten ein Zentrum in Waldkirch, darunter eine heute unter Denkmalschutz stehende Schleiferei. Sie ist eine der größten und ältesten im Original erhaltenen und noch in Betrieb befindlichen Edelsteinschleifereien in Deutschland. Hier wurden und werden Rohsteine mit schwarzwälder-, europa- bis weltweiter Herkunft geschliffen. 

Wir treffen den heutige Eigentümer, den Juwelier Wintermantel, an seinem Juweliergeschäft, von wo er uns am Gewerbekanal entlang zu der Schleiferei führt. Der Gewerbekanal war der Energielieferant für alle möglichen Gewerbebetriebe, die sich an seinen Ufern ansiedelten. So nutzt auch seit 1825 die Schleiferei die Wasserkraft über „Mühlrad“, Transmission und Treibriemen, um die riesigen Schleifsteine anzutreiben. Wir sind ebenso erstaunt über die damaligen Arbeitsbedingungen wie über die geistreichen Finessen, mit denen man die Hochglanzprodukte erreichte. In der mittleren Vergangenheit hat die Elektrizität eines Stromgenerators über eine fast nostalgische Schalttafel Einzug gehalten. Die hochinformative Führung durch die historischen Betriebsräume wird beendet durch eine Schleifprobe auf einer modernen Schleifscheibe, angetrieben von einem modernen Generator, gespeist durch die archaische Wasserkraft des Schwarzwalds.

Nach den tiefen Einblicken in eine vergangene Arbeitswelt fehlt es nicht an Gesprächsstoff für unsere gemütliche Kaffeehausrunde.

Text:  Wolfgang Kullmer
Bilder:  Dusan Minarik, Manfred und Monika Schäfer, Wolfgang Straube, Angelika und Wolfgang Weisser
 

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