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Pinholeday 2019

Immer am letzten Sonntag im April fotografieren rund um die Welt Menschen mit ungewöhnlichen, selbstgebauten „Kameras“ ohne Objektiv und stellen jeweils ein Bild ins Netz. Es ist der weltweite Pinholeday:  WWW.Pinholeday.org

Trotz der schlechten Wettervorhersage haben sich auch dieses Jahr wieder einige Clubmitglieder in der Dunkelkammer eingefunden, um Ihre Experimentierfreude zu befriedigen. Fast alle hatten schon Erfahrungen mit Lochkameras, deshalb war eine theoretische Einführung in das Prinzip der Lochkamera nicht erforderlich.

Die  Kameras bestanden aus umgebauten Keksdosen, Geschenkkartons, Filmdosen und auch Digitalkameras. Die Kameras wurden mit Fotopapier geladen und schon gingen die Fotografen auf Motivsuche.

Eine Kamera wurde aus einer Keksdose neu gebaut, d.h. den Innenraum mit schwarzen Lack besprühen, ein Loch (1cm) bohren, Monikas Kupferfolie  mit  handgebohrtem 0,3 mm Loch hinterlegen, alles lichtdicht abkleben – und fertig ist eine neue Kamera. Noch die Blende berechnen (Lochabstand : Lochdurchmesser), in diesem Fall 6cm : 0,03cm = Blende 200. Jetzt mit Fotopapier bestücken, anhand der Lichtverhältnisse die Belichtungszeit bestimmen (zwischen 2 bis 10 Minuten), und los geht’s.

Nach dem Ansetzen der Foto-Chemie hatten auch schon die ersten Fotografen ihre Fotopapiere zur Entwicklung bereit. Es ist immer wieder spannend,  wenn das Fotopapier in der Entwicklerschale das erste Bild zeigt. Dabei entsteht ein Papiernegativ. Die Negative wurden diskutiert, Belichtungskorrekturen vorgenommen und neues Fotopapier eingelegt.

Etwas einfacher hatten es die Digitalfotografen mit einem Loch im Gehäusedeckel. Das geht auch und man hat sofort ein Ergebnis. Für Elsbeth hatten wir einen Objektivdeckel zu einem Lochdeckel umgebaut: Ein 1 cm grosses Loch bohren, Monikas Kupferfolie mit handgebohrtem Loch einkleben, Belichtung berechnen und fertig..

Leider spielte das Wetter doch nicht so mit. Es gab immer wieder kurze Regenschauer, die die Aufnahmen unterbrachen.. Aber Kuchen, Kaffee und Wein standen zur Verfügung, so war die Wartezeit auf die Regenpause oder vor der Dunkelkammer gut zu  überbrücken.

Das wahre Erlebnis der Lochkamerafotografie ist aber das Fotografieren mit umgebauten Keksdosen, Pappkartons, Filmdosen und sonstigen Konstruktionen. Hier erhält man überraschende Ergebnisse, neue Sichtweisen und Unikate.

Dann wurde der Regen stärker und wir haben das Treffen vorzeitig abgebrochen, Fotografieren draussen war nicht mehr möglich. Und wieder hatten wir festgestellt, dass es Spaß macht, zu den Ursprüngen der Fotografie zurückzukommen und ohne teures Equipment überraschende Ergebnisse,  neue Sichtweisen und Unikate zu erstellen.

 

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